IHK Gießen-Friedberg

7. AK China "Investitionsparadies China?" am 26.04.2007

Der 7. Arbeitskreis China des IHK-Verbundes Mittelhessen kam am 26. April 2007 in Gießen zum Thema zusammen: „Investitionsparadies China? Chancen und Risiken für deutsche Unternehmen“. Eingeladen waren neben den regulären Mitgliedern des Arbeitskreises auch weitere geschäftlich an China interessierte Gäste. Als Referentin konnte Frau  Dr. Steffi Schmitt, Korrespondentin der Bundesagentur für Außenwirtschaft (www.bfai.de) in Shanghai, gewonnen werden. Sie ist seit 2000 vor Ort in Shanghai für die bfai tätig. Den Bogen ihrer Erfahrungen mit China spannte sie bis zu ihrer ersten China-Reise im Jahr 1987 und konnte so auch den erfahrenen Unternehmern im Arbeitskreis China interessante Einsichten vermitteln.

Durch ihre Korrespondentinnentätigkeit wusste sie, ihren Vortrag mit vielen Beispielen aus der Praxis anzureichern. Es beeindruckten ihre branchenübergreifenden Kenntnisse der Risiken und Erfolgsfaktoren bei Investitionen in der VR China. Mit Hinweis auf das Mitte März 2007 verabschiedete Steuergesetz, sowie das ebenfalls beschlossene - heftig umstrittene und vielfach vertagte - Eigentumsgesetz , sagte Dr. Schmitt, dass die VR China zumindest in gesetzgeberischer Hinsicht bestrebt ist, privatwirtschaftsliches Engagement in China rechtlich zu verankern und Rechtssicherheit für die am Wirtschaftsleben Beteiligten zu schaffen. Ob es jedoch trotz des Erlasses moderner Gesetze Rechtsicherheit geben kann, bleibt nach wie vor eine Frage der normativen und praktischen Umsetzung. Und hier hapere es um so mehr, je weiter man von den Metropolen entfernt sei, oder je mehr man in unternehmerischer Konkurrenz zu vor Ort ansässigen Betrieben stehe.

Besonderes Augenmerk richtete Dr. Schmitt auf die komplexen Facetten der Dynamik in China, welche sich nicht nur in der Wirtschaft zeige. So überdeckten die zahlreichen Fälle von Produktpiraterie die Tatsache, dass die chinesischen Unternehmen zunehmend selbst in eigene Forschung und Entwicklung investieren. Die OECD berechnete die Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen in der VR China für 2006 auf 136 Mrd. US-$. Damit rückte das Land hinter den USA weltweit auf Rang zwei vor. Zwar ist dieser Wert umstritten und gilt vielfach als zu hoch angesetzt. Trotzdem würde der Trend deutlich. Für deutsche Unternehmen sei es deshalb überlebenswichtig, ihren Technologievorsprung durch verstärkte Anstrengungen zu verteidigen. „Innovation und Kreativität ist der letzte Wettbewerbsvorteil der deutschen Wirtschaft vor Ort“, beendete Dr. Schmitt ihre Ausführungen.

Die bfai bietet zu China aktuelle Informationen aus den folgenden Rubriken an:
- Geschäftspraxis
- Wirtschaftsklima
- Marktanalysen
- Recht, Einfuhrverfahren, Zoll

Eine China-Publikationsliste erhalten Sie unter http://www.bfai.de/static/Publikationslisten/China.pdf

Ausgewählte praxisnahe bfai-Leitfäden für Unternehmer sind:
- Verhandlungspraxis kompakt - VR China, 07.03.2007, 10 Seiten, bfai
- Merkblatt über gewerbliche Wareneinfuhren - VR China, 04.09.2005, 12 Seiten, bfai
- Rechtstipps für Exporteure - VR China + CD-ROM, 06.09.2005, 214 Seiten, bfai
- Vertrieb in der VR China, 25.08.2004, 90 Seiten, bfai

(v.l.) Prof. em. Armin Bohnet (Justus-Liebig-Universität Gießen und Mitglied des Arbeitskreises China), Dr. Steffi Schmitt (bfai-Korrespondentin in Shanghai), Robert Malzacher (Geschäftsführer, IHK Gießen-Friedberg) 

(v.l.) Prof. em. Armin Bohnet (Justus-Liebig-Universität Gießen und Mitglied des Arbeitskreises China), Dr. Steffi Schmitt (bfai-Korrespondentin in Shanghai), Robert Malzacher (Geschäftsführer, IHK Gießen-Friedberg)

Im Anschluss an den Vortrag stellte Dr. Schmitt ihr Buch „Shanghai-Promenade" vor und rezitierte vor den rund 30 aufmerksamen Zuhörern einzelne Passagen. Dieser Programmpunkt wurde von ihrem Gießener Doktorvater Prof. em. Armin Bohnet (Justus-Liebig-Universität Gießen und Mitglied des Arbeitskreises China) eingeleitet.

Dr. Schmitt zu ihrem Buch: „Am 19. Juni 1842 wurde Shanghai „schanghait“. Seitdem zieht die „Stadt über dem Meer“, das „Paris des Ostens“, der „Drachenkopf am Yangtze-Delta“, die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich. Grund genug für ein Buch mit Geschichte und Geschichten in und um Shanghai von 1842 bis heute.“

Kerstin Lohse, Korrespondentin der ARD in Shanghai schrieb zu dem Buch:
„Antworten auf alles, was man schon immer über Shanghai wissen wollte. Diese kenntnisreich und zugleich unterhaltsam geschriebene Stadtgeschichte lebt von den unzähligen Details, die Shanghais Historie so spannend machen. Endlich hat jemand die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart einer Stadt hergestellt, die ihre Geschichte allzu gerne vergessen macht.“

Steffi Schmitt: Shanghai-Promenade. Spaziergänge zwischen den Zeiten. 602 Seiten, Hongkong 2003. Das Buch ist erhältlich unter der ISBN-Nummer 3-89687-384-9 im Buchhandel.

Steffi Schmitt: Shanghai-Promenade. Spaziergänge zwischen den Zeiten. 602 Seiten, Hongkong 2003. Das Buch ist erhältlich unter der ISBN-Nummer 3-89687-384-9 im Buchhandel.

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