IHK Gießen-Friedberg

Frankreich – ein schwieriger Markt?

Exportleiterkreis am 12. März 2008

Der Exportleiterkreis des IHK-Verbundes Mittelhessen tagte am 12. März 2008 auf Einladung der Firma Weiss Chemie + Technik GmbH & Co.KG (www.weiss-chemie.de) in Haiger. Passend zur Nachricht des Statistischen Bundesamtes, dass Frankreich im Jahr 2007 - wie auch in den vergangenen 20 Jahren - erneut wichtigster Handelspartner Deutschlands gewesen ist, stand das Nachbarland auf der Tagesordnung. Geschäftsführer Jürgen Grimm sagte in seiner Begrüßung: „Unsere Exportquote stieg von knapp 40% im Jahr 2002 auf über 60 % im Jahr 2007, und wir wollen unser Exportgeschäft weiter ausbauen. Zentraler Exportmarkt ist Frankreich.“

Die mittelhessischen Exportleiter wurden bei einem Betriebsrundgang über die Produktion und die Anwendungsbereiche der Waren informiert. Weiss Chemie + Technik GmbH & Co.KG ist seit 1815 in Haiger ansässig. Zur traditionellen Leim- und Klebstoffherstellung kam Anfang der 1980er Jahre die Herstellung von wärme- und schallisolierenden Verbundelemente hinzu. In beiden Geschäftsbereichen sind in den letzten zehn Jahren die Exportumsätze überproportional gestiegen. Martin Droß (Exportleitung Verbundelemente) und Charlos Schmidt (Exportleitung Chemie) berichteten in einem anschaulichen Vortrag über ihre Erfahrungen im Frankreich-Geschäft. In Anlehnung an einen der Grundsätze des Unternehmens stellten sie fest: "Dauerhafte und für beide Seiten gewinnbringende Verbindungen sind immer unser Ziel". 2007 habe die Firma Euro 30 Mio. im Export umgesetzt, davon allein Euro 4,8 Mio. in Frankreich.

Martina Mousseau von der Auslandshandelskammer (AHK) Frankreich (www.francoallemand.com)  referierte zum Thema: „Frankreich – ein schwieriger Markt?“

In ihrem anregenden Beitrag brachte sie die erfahrenen Vertriebler ein ums andere Mal zum Schmunzeln, in dem sie die Mentalitäts- und interkulturelleUnterschiede zwischen Deutschland und Frankreich vortrug. Diese hätten auch Auswirkungen auf die Konsumgewohnheiten, betonte Frau Mousseau. Zudem gebe es gebe gewisse „Vertriebseigenheiten“ auf dem französischen Markt. Dazu gehören die zentral organisierten Vertriebsstrukturen, ein relativ großer und oft intransparenter Markt, die Sprache und Kultur. Außerdem seien in allen Branchen wettbewerbsfähige Firmen bereits auf dem Markt („Alle Wettbewerber sind schon da“).

„Die Vertriebspartnersuche Frankreich erfordert mehr als ein Blick in die Gelben Seiten oder die Auswahl anhand einer Datenbankabfrage noch einen Zufallstreffer auf einer Messe!“ Diese Aussage sei gültig, unabhängig davon, ob das deutsche Unternehmen den Vertrieb über Handelsvertreter, Großhändler, Distributeure, Lizenznehmer oder Joint-Venture-Partner organisiere. Die Dienstleistungen der AHK Frankreich (www.DEinternational.de) seien auf alle wichtigen Fragen der Markterschließung ausgerichtet und qualifizierte Mitarbeiter stünden in der AHK als Ansprechpartner für deutsche Mittelständler zur Verfügung, so Frau Mousseau abschließend.

Weitere Informationen: www.exportleiter-mittelhessen.de

Foto Weiss 1

(v.l.) Jürgen Grimm, Geschäftsführer, Weiss Chemie + Technik GmbH & Co.KG und Robert Malzacher, IHK-Verbund Mittelhessen

 Foto Weiss 2

Die mittelhessischen Exportleiter beim Betriebsrundgang; (1.v.r.) Martina Mousseau, Auslandshandelskammer (AHK) Frankreich.

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