1. wissenschaftliches Regionalranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Regionalranking:
Im Süden und Südwesten sitzen die Top-Performer,
im Osten regt sich vielerorts der Gründer-Elan
Nachdem die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) seit Jahren bereits Bundesländer und deutsche Großstädte unter die Lupe genommen hat, stellt sie nun das erste wissenschaftliche Regionalranking vor. Deutschlandweit wurden 435 Landkreise und kreisfreie Städte [1] anhand von 47 Indikatoren [2] untersucht.
Durch die Vielzahl der Indikatoren war es möglich, das ökonomische, soziale und strukturelle Niveau der einzelnen Regionen darzustellen. Die Indikatoren wurden zu den Gruppen Wohlstand, Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Struktur, Standort und Staat aggregiert. So können Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale differenziert analysiert werden. Im Gesamtranking wurden die sechs Gruppen zusammengeführt, so dass das übergeordnete Standortpotenzial der jeweiligen Region deutlich wird.
Generell ist festzustellen, dass Kreise und kreisfreie Städte aus Bayern, Baden-Württemberg und Süd-Hessen stark positioniert sind. In der Region München liegen sechs Landkreise bzw. kreisfreie Städte in den Top 10 bundesweit. Dies macht die Vormachtstellung Münchens und seines Umlandes deutlich. Die 30 bundesweit Bestplatzierten im INSM-Regionalranking befinden sich bis auf sechs Landkreise und Erlangen in unmittelbarer Nähe zu den Boom-Regionen München, Stuttgart und Frankfurt am Main.
Hoffnungszeichen für andere weniger starke Regionen - vor allem im Osten Deutschlands - zeigen sich in Indikatoren wie dem Saldo der Gewerbean- und -abmeldungen: Hier führt der Landkreis Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern. Die Rangliste bezogen auf diesen Indikator, der die Gründungsdynamik abbildet, zeigt auch weitere ostdeutsche Regionen weit oben: zum Beispiel die kreisfreie Stadt Leipzig, deren Gründungsdynamik bundesweit Rang 7 erreicht, oder der Landkreis Potsdam-Mittelmark (Platz 9).
Positiv zu werten ist auch, dass in vielen ostdeutschen Landkreisen und Städten die kommunalen Investitionsquoten überproportional hoch sind und die Schulden der Kommunen vergleichsweise gering. Dies signalisiert zumindest potenzielle Handlungsspielräume für die Zukunft. Die Rangliste aller Kreise und kreisfreien Städte sortiert nach Investitionsquoten sind unter www.insm-regionalranking.de zu finden.
Kreise mit einer ausgeprägten Industriestruktur schneiden überdurchschnittlich gut in dem Ranking ab. Dies sind zum Beispiel die Landkreise Böblingen, Ingolstadt, Groß-Gerau und die kreisfreie Stadt Wolfsburg. Zwar haben die Top 4 (Landkreis München, Landkreis Freising, Main-Taunus-Kreis, kreisfreie Stadt München) einen hohen Dienstleistungsanteil. Dennoch sind unter den ersten 20 im Regionalranking neun Kreise und kreisfreie Städte, die einen signifikant höheren Anteil an Industriebeschäftigten als der Durchschnitt Deutschlands haben. Dies sind die Landkreise Böblingen, Ludwigsburg, Esslingen, Erlangen-Höchststadt, Dingolfing-Landau, Pfaffenhofen a.d.Ilm, Eichstätt, Ingolstadt und die Stadt Erlangen.
Ausführliche Profile finden Sie auf www.insm-regionalranking.de.
Ansprechpartner in der IHK: Kurt Schmitt
[1] Die Stadtstaaten Hamburg, Bremen, und die Bundeshauptstadt Berlin wurden wegen stark abweichender Strukturen nicht mit untersucht.
[2] U. a. Altersbeschäftigungsquote, Anteil Hochqualifizierter, Arbeitskosten, Zahl der Arbeitslosengeld-II-Empfänger, Arbeitslosenquote, Arbeitsplatzversorgung, Ausbildungsplatzdichte, Bruttoinlandsprodukt, Demografieindex, Einkommen, Einkommen-steuerkraft, Saldo aus Gewerbean- und -abmeldungen, kommunale Investitionsquote, Kaufkraft, Anteil der Langzeitarbeitslosen, Öffentlich Beschäftigte, Pendlereinkommen, Produktivität, Anteil Beschäftigter in schnell wachsenden Branchen, Schulden, Zahl der Straftaten.




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