Finanztransaktionssteuer schädlich für
Realwirtschaft
IHK Gießen-Friedberg gegen
Finanzmarktsteuer
(Gießen-Friedberg, den 19. Mai 2010) - Der
Koalitionsausschuß aus Union und FDP hat sich am 18. Mai 2010 auf
eine Initiative zur Einführung einer europaweiten Finanzmarktsteuer
geeinigt. Ziel dieser Steuer ist es, „Spekulanten“ auszubremsen und
an den Kosten des Euro-Rettungsschirmes zu beteiligen. Insbesondere
sollen kurzfristige Spekulationen reduziert werden.
„Viel klüger als die Einführung einer
Finanztransaktionssteuer wäre die Einführung einer Bankenabgabe,
bzw. allgemeiner einer Spezialhaftpflichtversicherung für Banken,
Fonds und andere Institute, die Kreditrisiken eingehen“, stellt Dr.
Matthias Leder, Hauptgeschäftsführer der IHK Gießen-Friedberg,
fest. „Die Prämien, die die Banken in den Stabilitätsfonds
einzahlen, bezwecken, riskantes Verhalten zu verteuern. Die Höhe
der Beiträge sollte vom Ausmaß der Risikobereitschaft der
jeweiligen Bank abhängen. Wer risikoreich ist, und deshalb höhere
Gewinnschwankungen aufweist, zahlt eine höhere Prämie, als wer
geringere Risiken eingeht“.
„Eine Finanztransaktionssteuer wird von den Banken weitestgehend
auf die Realwirtschaft überwälzt und ist daher abzulehnen“,
argumentiert Leder. „Das Finanzmarktvolumen sinkt erheblich und
damit auch die erzielbaren Einnahmen aus der Steuer. Realgeschäfte
werden teuer oder unterbleiben. Will man die Banken und Fonds zu
risikobewußtem Verhalten veranlassen, muß man über
Versicherungsprämien entsprechende Anreize setzen, was durch das
Modell der Bankenabgabe grundsätzlich gewährleistet wird.“
Pressemeldung Nr. 081, 1.605 Zeichen, 27
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