Lieber Matthias Körner:

Bitte keine alternativen Fakten!

Zur Pressemeldung von Bundestagskandidat Matthias Körner (SPD), in der er seine Nicht-Teilnahme am IHK-Steuerkongress begründet, nehmen IHK-Präsident Rainer Schwarz und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Leder wie folgt Stellung:
"Mit Verwunderung nimmt die IHK Gießen-Friedberg die Pressemeldung von Matthias Körner (SPD) zur Kenntnis, in der er seine Absage für den IHK-Steuerkongress erläutert. Die Pressemeldung enthält zunächst nicht zutreffende Behauptungen:
1.) Körner behauptet, von einer Einladung der AfD sei bei der telefonischen Ansprache nicht die Rede gewesen, und er habe erst durch die Presse von der Teilnahme Herrn Meuthens erfahren. Bereits am 24. März wurde Herr Körner von der IHK per Fax über die bis dahin feststehenden Teilnehmer am Steuerkongress (Schäfer, Solms) informiert. In diesem Schreiben wurde ihm auch mitgeteilt, dass Vertreter der Linken, der Grünen und der AfD eingeladen seien. Aus unserer Sicht ist somit alles korrekt verlaufen. Den Vorwurf der vorsätzlichen Täuschung können wir daher nicht nachvollziehen und weisen diesen in aller Klarheit zurück.
2) Körner behauptet, der Hauptredner des IHK-Neujahrsempfangs 2016, Dieter Bischoff, habe fremdenfeindliche Äußerungen vorgetragen. Dieter Bischoff ist in seinen Ausführungen überhaupt nicht auf die Flüchtlingskrise oder ein Thema in Zusammenhang mit Migranten eingegangen, sondern hat sich zur Energiewende geäußert. Den Vorwurf, es seien fremdenfeindliche Äußerungen vom Hauptredner vorgetragen worden, weisen wir deshalb ebenfalls scharf zurück.
Und was den Kreis der einzuladenden Parteien zur Podiumsdiskussion angeht: Wenn wir nur die aktuell im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen hätten, dann wären weder die AfD noch die FDP eingeladen worden. Unserem Demokratieverständnis entspricht es aber, alle zur Bundestagswahl relevanten - nicht verfassungsfeindlichen - Parteien einzuladen. Die AfD ist in mehreren Landtagen in der Bundesrepublik vertreten und landet bei den derzeitigen Umfragen bei einem Stimmenanteil zwischen sieben und elf Prozent. Wenn man die Positionen dieser Partei bekämpfen will, dann ist aus unserer Sicht der angebotene Steuerkongress genau der richtige Ort. Es ist dann nämlich Sachkenntnis gefordert und keine plumpe Polemik."
Lesen Sie dazu den Artikel im Gießener Anzeiger vom 06.04.2017:
Gießener SPD-Bundestagskandidat fühlt sich von IHK "vorsätzlich getäuscht"